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© Gruene Erdferkel e.V.
 

Pädagogische Richtlinien

Regeln für Eltern und Erzieher

  • Morgens möglichst keine Eltern- Erziehergespräche führen, da die Kinder unsere ungeteilte Aufmerksamkeit für einen guten Anfang in den Tag benötigen.

  • Nachmittags sollte Platz für kurze Gespräche sein, um die Eltern über den Ablauf des Tages zu informieren.

  • Die Eltern bringen ihre Kinder spätestens um kurz vor 9.15 Uhr in den Kinderladen oder nach dem Morgenkreis (nach 10:00 Uhr).

  • Die Kinder werden zwischen 15:00 - 16:00 Uhr abgeholt.

  • Kranke Kinder bleiben zu Hause. Stellt sich im Tagesverlauf heraus, dass ein Kind krank ist, wird es umgehend abgeholt.

  • Die Eltern kochen vollwertige Kost. Es gibt max. zwei mal in der Woche Fleisch (vom Biofleischer) und es wird in ausreichender Menge gekocht.

  • Auseinandersetzungen der Erwachsenen finden nicht im Laden statt.


Regeln für Kinder und Erzieher

  • Im Kinderladen wird kein Kaugummi gekaut.

  • Gemalt und gebastelt wird am Tisch. Nach Beendigung wird aufgeräumt.

  • In den Spielzimmern wird weder getrunken noch gegessen.

  • Die ruhenden Kinder werden nicht gestört.

  • Die Kinder überqueren die Straße nur mit den Erziehern und nach deren Aufforderung. Der letzte Erzieher achtet darauf, das kein Kind hinter ihm läuft. Die Kinder dürfen zu einem vereinbarten Ziel in Sichtweite vorlaufen.

  • Jeder bemüht sich um Rücksicht.

  • Wir helfen uns gegenseitig.

  • Konflikte werden ohne anschreien und hauen gelöst.

  • Nach dem Mittagessen werden die Zähne geputzt.

  • Gemeinsam mit den Kindern entstehen Regeln, die im Laufe der Gespräche erklärt, begründet, hinterfragt werden.


Zielsetzung, Inhalte pädagogischer Arbeit

  • Die Kinder sollen die Möglichkeit haben, individuell ihre Persönlichkeit entwickeln zu k önnen. Gleichzeitig sollen sie in sozialen Kompetenzen, wie Empathiefähigkeit gefördert werden. Wir unterstützen die Kinder bei der Suche nach Konfliktlösungsstrategien.

  • Diese Ziele werden nicht in konstruierten Situationen geübt, sondern werden im Tagesablauf aufgegriffen und bearbeitet.

  • Sinneswahrnehmungen werden gezielt bewusst gemacht und angeregt durch alltagsbezogene Ideen oder Spielsituationen angeregt.

  • Freiheiten zum Ausprobieren, Erforschen und Fehler machen werden eingeräumt. Dadurch werden eigene Grenzen erkannt und erweitert.

  • Der Kinderladen soll thematisch Alltagsereignisse der Kinder (neues Geschwisterkind,
    Wochenenderlebnisse) sowie jährlich wiederkehrende Feste aufgreifen und in gemeinsamen Aktivitäten und Projekten verarbeiten. Dadurch ist gesichert, das die Kinder bei der Auswahl der Thematik beteiligt sind. Dieser Faktor trägt gleichzeitig dazu bei, das Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit erarbeitet und gestärkt werden.

  • Kinder wollen und müssen mit ihren Interessen, Bedürfnissen  und Wünschen ernst genommen werden. Dabei ist darauf zu achten, dass so viele Interessen wie möglich umgesetzt werden.
  • Es ist erwünscht, die Erzieher positiv zu unterstützen durch Ideen und Tatkraft.


Aufgaben, die sich daraus für die Erzieher ergeben

  • Die Erzieher betrachten ihre Arbeit als parteilich im Interesse der Kinder. Dies soll nicht im Gegensatz zum EKT-Gedanken und dem erforderlichen engen Austausch mit den Eltern stehen, bedeutet jedoch, dass sie sich im Konfliktfall in erster Linie den Kindern, der Kindergruppe und der Institution des Ladens verpflichtet fühlen.

  • Die Erzieher sollen sich professionell verhalten. Sie sollen ihre Persönlichkeit einbringen. Ihr Verhalten sollte so sein, das sie als Vorbild auch mit Fehlern Bestand halten können.

  • Regelmäßige Teambesprechungen sind fester Bestandteil der Arbeit zur Planung der Angebote, der Besorgungen dafür, der Vorbereitungen, Klärung von Gruppensituationen und Planung der Umgehensweisen, Elterngesprächen u.s.w.


Spezielle Regelungen und Tagesablauf

  • Eine altersgerechte Trennung bzw. Aufteilung der Gruppe zu bestimmten Aktivitäten kann sinnvoll sein und wird deshalb zu diesen Gelegenheiten auch praktiziert.

  • Drinnen nehmen basteln, malen, kneten und freies Spiel großen Raum ein. Dabei sind Spielsachen, Bücher, Spiele und Bastelmaterial den Kindern zumindest zum Teil frei zugänglich. Der richtige Umgang mit Material und Spielsachen, sowie das anschließende Aufräumen wird trainiert.

  • Wir verbringen viel Zeit im Freien. Die Entscheidung, ob raus gegangen wird, hängt von den Tagesplänen genauso ab, wie vom Wetter.

  • Am Nachmittag ist eine Ruhephase für Kinder, die matt sind oder einfach Lust haben sich hinzulegen, gewährleistet.

  • Der Nachmittag eignet sich dazu, miteinander Rollenspiele oder Ähnliches zu entwickeln, um Eindrücke des Tages oder der häuslichen Situation zu verarbeiten, aber auch um Persönlichkeit einzubringen, einen bestimmten Platz in der Gruppe zu finden oder zu festigen oder auch zu verändern. Im freien Spiel festigen sich freundschaftliche Bindungen, die nicht selten dazu führen, dass sich über die Kinderladenzeiten hinaus verabredet wird.

  • Die selbst gestalteten Spiele eignen sich hervorragend dazu zu lernen, einander zuzuhören, sich gegenseitig zu achten, Vorschläge anderer anzunehmen, Lösungen für Konflikte zu suchen und zu finden.


Aufsichtspflicht

Zur Aufsichtspflicht halten wir entsprechend dem Rechtshandbuch für Erzieher
(C. Preissing u. R. Prott 1993, FIPP Verlag Berlin) folgende Regelungen fest:
  • Bei Kindern unter zwei Jahren soll zumindest im Garten Sichtkontakt gehalten werden.
    Außerhalb der Einrichtung muss direkte Zugriffsmöglichkeit bestehen.

  • Kinder vor dem Vorschulalter dürfen sich allein, d. h. ohne Sicht, - höchstens in Rufkontakt in unserer Einrichtung, also auch im Garten aufhalten.

  • Natürlich sind Reifegrad und Temperament und Charakter des Kindes jeweils ausschlaggebend für sei Fähigkeiten und hier besonders zu berücksichtigen.

  • Wir wollen keine permanente Kontrolle unserer Kinder, sondern eine Anleitung zum selbstständigen Handeln und zur Befähigung des Kindes mit Gefahren umzugehen und sie dadurch zu vermeiden.

  • Es ist sicherzustellen, das die Eltern über die Handhabung der Aufsichtspflicht in Gesprächen informiert werden.


Worin sehen wir unsere Rolle als Erzieher

  • Erzieher haben ihre Stärken und Schwächen, Neigungen, Interessen und ihren eigenen Stil. Das sollen die Kinder als bereichernd, im negativen Sinne auch als Begrenzung des Menschen in seinen Fähigkeiten erleben. Stimmungen und Schwächen werden insoweit beherrscht, als sie die Kinder überfordern oder den Arbeitsablauf gefährden.

  • Individuelle Unterschiede werden thematisiert, d. h. mitunter mit Humor, jedoch ohne zu verletzen. Wir zeigen auf, dass unterschiedliche Eigenschaften natürlich und interessant sind. Toleranz und Akzeptanz des Anderen spielen in unserer Arbeit eine wichtige Rolle. Jeder Kann mit seinen Fähigkeiten zum Gelingen eines Ganzen beitragen.

  • Unser Arbeitsansatz ist partnerschaftlich orientiert. Wir zielen konkret darauf ab, individuell abzuschätzen, was die Kinder ohne Hilfestellung können, und zu fördern. An manchen Entscheidungsprozessen werden sie beteiligt.

  • Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist es, innerhalb einer Tages- und Wochenstruktur situativ zu arbeiten. Unter Berücksichtigung der Lebenssituationen der Kinder und den so entstehenden Fragen greifen wir Interessen, Stimmungen und Fragen auf und beziehen sie in unseren Tagesablauf mit ein. Durch beobachten und bewusstmachen verschiedenster Dinge im alltäglichen Leben bearbeiten wir Themen, mit denen alle Kinder fast täglich konfrontiert werden. Dieses spontane Aufgreifen von Themen ist oft Anlas' zur Planung eines Projekts. Unsere Aufgabe ist es, die Kinder auf dem Weg der Auseinandersetzung mit Menschen, Dingen und Gegebenheiten zu begleiten, ihren Blick für Besonderheiten zu entwickeln, bzw. zu bewahren.

  • Gemeinsam mit den Kindern erproben wir vorhandene Fähigkeiten, stoßen auf Grenzen und entwickeln neue Wege.

  • Die Erzieher empfinden sich dabei als Begleiter, geben Hilfestellung, Anregungen, zeigen eventuelle Lösungsmöglichkeiten auf. Dabei soll den Kindern das Gefühl der Sicherheit gegeben werden, das sie brauchen, um praktische Fähigkeiten zu erproben. Das Gefühl des Selbstständig-Sein-Könnens wird durch Unterstützung und nicht durch Zuvorkommen gefördert.

  • Anforderungen, die die Kinder heute oder im späteren Leben bewältigen müssen, sind Schwerpunkte in der Erarbeitung von Selbstständigkeit, aktiver Auseinandersetzung, Solidarität und Handlungsfähigkeit.



 
 
 

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